Was sagt der A-Wert bei Fenstern aus?

Was sagt der A-Wert bei Fenstern aus?

Der A-Wert (auch Fugendurchlässigkeitskoeffizient genannt) ist ein wichtiger Kennwert für die Luftdichtheit von Fenstern und Fenstertüren. Er gibt an, wie viel Luft durch die Fugen (z. B. zwischen Rahmen und Flügel oder Rahmen und Mauerwerk) bei einem bestimmten Druckunterschied hindurchströmen kann.

Im Gegensatz zum bekannten Uw-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient), der den Wärmeverlust durch das gesamte Fenster beschreibt, misst der A-Wert die Undichtheit gegenüber Luftströmungen. Je niedriger der A-Wert, desto dichter ist das Fenster – und desto besser schützt es vor Zugluft, Wärmeverlusten durch Lüftung und Feuchtigkeitsproblemen.

Einheit und Klassifizierung des A-Werts

Der A-Wert wird in der Norm DIN EN 12207 definiert und in der Einheit m³/(h·m·daPa^{2/3}) angegeben. Das bedeutet: Kubikmeter Luft pro Stunde, pro Meter Fugenlänge und pro Pascal Druckdifferenz (mit Exponent 2/3 zur Berücksichtigung der Strömungsverhältnisse).

Die europäische Klassifizierung teilt Fenster in vier Luftdichtigkeitsklassen ein:

KlasseMaximaler A-WertBeschreibung & typische Anwendung
Klasse 1≤ 4,00Sehr geringe Anforderungen (selten bei Neubau)
Klasse 2≤ 2,00Standard bei vielen älteren Fenstern
Klasse 3≤ 1,00Gute Dichtheit – heute üblich bei Qualitätsfenstern
Klasse 4≤ 0,50Sehr hohe Dichtheit – empfohlen bei Passivhaus & hohem Schallschutz

In Deutschland fordern die meisten Hersteller und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) mindestens Klasse 3 oder besser – oft sogar Klasse 4 bei modernen Fenstern.

Warum ist ein guter A-Wert bei Fenstern wichtig?

  • Weniger unkontrollierte Lüftung: geringere Heizkosten (bis zu 10–20 % Einsparung möglich)
  • Besserer Schallschutz: weniger Außenlärm dringt ein
  • Weniger Zugluft: höherer Wohnkomfort, besonders im Winter
  • Schutz vor Feuchtigkeit & Schimmel: kalte Luft strömt weniger ein, Kondensatbildung sinkt
  • Bessere Effizienz der kontrollierten Lüftung: z. B. mit Lüftungsanlage oder Fensterlüftung

Ein schlechter A-Wert (z. B. Klasse 1 oder 2) führt hingegen zu unnötig hohen Energieverlusten, ziehenden Räumen und oft zu höherer Luftfeuchtigkeit.

A-Wert vs. Uw-Wert bei Fenstern – der Unterschied

KennwertBedeutungEinheitJe niedriger …Wichtig für …
A-WertLuftdurchlässigkeit der Fugenm³/(h·m·daPa^{2/3})… desto dichter das FensterZugluft, Komfort, Schimmel
Uw-WertWärmedurchgang durch das gesamte FensterW/(m²·K)… desto besser die DämmungHeizkosten, Energieeffizienz

Beide Werte ergänzen sich: Ein Fenster mit super Uw-Wert (z. B. 0,8 W/(m²·K)), aber schlechtem A-Wert (hohe Luftdurchlässigkeit) verliert trotzdem viel Energie durch undichte Fugen.

Worauf sollte beim Fensterkauf geachtet werden?

  • Fragen Sie immer nach dem A-Wert oder oder der Luftdichtigkeitsklasse der Fenster (mindestens Klasse 3, besser Klasse 4)
  • Bei einem Passivhaus- oder bei KfW-Förderprojekten ist oft Klasse 4 vorgeschrieben
  • Ein guter Montageanschluss (luftdichte Abdichtung zur Wand) ist genauso entscheidend wie der Wert des Fensters selbst
  • Lassen Sie sich den A-Wert im Prüfzeugnis oder Datenblatt zeigen – seriöse Hersteller geben ihn transparent an
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